Züssow Windmühlen-Feld

Züssow

Nun ist es soweit. Die Rückfahrt nach Hause steht an. Mein Zug fährt gegen 10 Uhr von Züssow los. Das heißt ich muss noch von Wolgast nach Züssow mit meinen Gespann fahren. Die letzte Etappe.

Laut Google Maps könnte ich nun “einfach” immer gerade aus die Landstraße folgen und wäre in etwa einer Stunde da. Wäre da nicht dieser Verkehr. Das war schon bei der Überfahrt nach Usedom nicht schön. Und hier ist deutlich mehr Verkehr. ich würde mit meinem Gespann wahrscheinlich auch für einen Stau sorgen.

Am Vorabend hatte mir der Rezeptionist eine mögliche Route vorgeschlagen, die parallel zur Landstraße führt. Dabei ist auch ein kurzes Waldstück dabei. Nun kommt auch zum Ersten mal die App “OutdoorActive” zum Einsatz. Ich möchte schon, wenn ich querfeldein fahre sicher sein, dass ich in die richtige Richtung fahre. Also speichere ich mir eine mögliche Route für die Navigation ab.

Nach einer etwas schlaflosen Nacht stehe ich um 6 Uhr morgens auf. In den Nachrichten wurde der erste Herbststurm mit umknickenden Bäumen angekündigt. Das sind ja klasse Aussichten für eine Fahrt durch den Wald.

Zur Sicherheit plane ich 2 – 2 1/2 Stunden Fahrzeit ein, falls ich mich doch verfahren sollte und dann geht es los.

Das fahren mit dem Navigieren klappt echt super. ich hatte mir dafür eine Tasche am Fahrrad befestigt, so ich das Handy immer Blick habe. Als ich im Wald unterwegs bin zeigt sich der Vorteil dieser Navigation. Ohne diese App wäre ich einmal den falschen Weg gefahren. Geradeaus statt leicht rechts. Leider funktioniert aber zunehmend das GPS nicht. ich fahre und fahre und bleibe laut Karte auf der gleichen Stelle. Nur mit Pausieren und Fortführen der Navigation findet die App wieder meine aktuelle Position. Zudem will mich die App nach dem Wald immer wieder zurück zur parallel verlaufenden Landstraße schicken. Das will aber ich nicht. Ich möchte soweit ohne Landstraße kommen wie es geht. Geplant ist nur eine kurze Strecke Landstraße bis zu einer Kreuzung von wo aus es einen Radweg neben der Landstraße nach Züssow gibt.  Man sollte also auch immer selbst seinen Kopf einschalten und sich nicht nur blind auf die App verlassen. Also navigiere ich einfach teilweise selbst mit dem Kartenmaterial. Das letze Stück vor der Landstraße, die ich fahren muss, fahre ich direkt über ein Feld voller Windanlagen. Querfeldein. Es ist schon beeindruckend, wie groß und laut diese sein können. Noch habe ich Sonnenschein. Am Horizont sehe ich aber schon die schwarze Wand auf mich zukommen.

Ich hatte gehofft noch trocken am Bahnhof anzukommen doch daraus wird nichts. ab dem letzten Stück Radweg an der Landstraße fängt der Regen an und wird immer stärker. Das ist mir aber egal. ich will einfach am Bahnhof ankommen. Min Gepäck hatte ich versucht weitestgehend abzudichten. Trotzdem hat der Regen der letzten Nacht seine Spuren am Anhänger hinterlassen. Manchen Schlampfützen im Wald konnte man nicht ausweichen.

Pitschnass komme ich am Bahnhof Züssow an. Und das nach wirklich knapp über 2 Stunden Fahrt. Zugegeben hatte ich auf dem Feld der Windmühlen auch etwas gebummelt. Also alles top und ich habe genug Zeit zum Umziehen. Der Regen hatte bei Ankunft am Bahnhof aufgehört. Petrus wollte mir wohl eine letzte norddeutsche Dusche geben. in den letzten Tagen hatte ich ja echt Glück mit dem Wetter. ich brauchte nur einmal auf dem Weg nach Koserow einen Regen-Poncho. Ansonsten hatte es ein paar mal nachts in der Basis geregnet.

Nun kann der Zug kommen. Und zu meiner Verwunderung ist es ein IC mit Treppen. Toll. Das ganze Gespann hoch tragen. Zudem ist auch noch Konkurrenz auf dem Bahnsteig, die auch ein Fahrradplatz brauchen. Aber das soll mir egal sein. ich habe ja meine Fahrradkarte auf die ich bestehe. Mit etwas rücken und rutschen habe ich auch meinen Platz im Fahrradabteil gefunden und es kann nach Hause gehen.

In Berlin fährt mein Anschlusszug vom selben Gleis. Die Bahn erlaubt sich zuletzt nur nochmal einen letzten Spaß und wechselt 2 Minuten vor Ankunft des Zuges das Gleis, weil noch ein Güterzug durch muss. Als ich das realisiere komme ich kurz ins Schwitzen. Mit meinem Gespann ist jetzt kein Wechsel des Bahnsteigs in der kurzen Zeit möglich. Zum Glück kam der Zug am gegenüberliegenden Gleis am selben Bahnsteig an. Ich musste nur noch etwas vor sprinten, da die angezeigten Fahrrad-Wagons nun komplett am anderen Ende des Gleises waren. Zufrieden und erleichtert im Zug nach hause zu sitzen und all seinen Kram dabei zu haben lehne ich mich nun zurück. Die Radtour ist zu Ende. Es geht nach Hause.

Züssow Windmühlen-Feld

So fing alles in  Zierow an und nun endet die Tour.

Südspitze Gnitz

Südspitze Gnitz

Nach dem Frühstück fahre ich über die Peenebrücke einfach mal rechts rum und folge der Straße zum Naturhafen Krummin. Da angekommen bekommt mein Fahrrad nun seine neue Klingel auf dem Steg.

Den Naturhafen hatte ich mir am Vortag als Ziel ausgemacht. Nun bin aber schon relativ schnell dort angekommen und habe noch genug Zeit.

Spontan entscheide ich mich einfach weiter Richtung Osten zu fahren. Auf Google Maps zeigt sich ein machbares Ziel. Die Südspitze Gnitz.

Auf geht es wieder in die Natur. Der Weg führt über Feld- und Waldwege zunächst zum Campingplatz “Natur Camping Usedom”. Dort scheint es erstmal nicht mehr mit dem Fahrrad weiterzugehen. Am Eingang des Campingplatzes ist die Südspitze Gnitz als Wanderweg beschrieben.

Kurzerhand schließe ich mein Fahrrad ab und werde den Rundweg wandern. Das hatte ich während meines Aufenthaltes auf Usedom noch nicht gemacht. Das Wetter ist schön also geht es los.

Zunächst führt mich der Weg zum Weißen Berg. Dort führt der Weg an der Steilküste wieder Richtung Norden. Ich gehe diesen Weg deshalb nur zu ein paar schönen Aussichten.

Anschließend führt mich mein Weg zum MöwenOrt direkt zur Südpitze und damit den südlichsten Punkt den ich anvisiert hatte. Mein Ziel war erreicht.

Es ist so langsam Nachmittag. Ein guter Zeitpunkt den Rückweg anzutreten. Aber nicht ohne eine Stärkung. Zum Schluss besuche ich einfach das Restaurant im Campingplatz und genieße meine letzten Augenblicke hier.

Zurück im Hotel bin ich so langsam bereit für die Rückfahrt am kommenden Tag und packe so langsam meine Sachen zusammen. Wie komme ich nun am Besten zum Bahnhof?

Südspitze Gnitz

So fing es an Zierow

Und von Züssow aus geht es heim.

Peenebrücke Wolgast

Wolgast

Nun steht die Rückreise an. Mein Zug zurück fährt von Züssow. Deshalb will ich als Zwischenstopp einen Tag in Wolgast verbringen. Also heißt es Abschied nehmen vom Meer.

Die Rückfahrt geht relativ schnell. Ich entdecke sogar einen anderen Weg, der mir auf der Hinfahrt nicht aufgefallen ist. Angekommen in Wolgast will ich schon wieder zurück an das Meer. Der Verkehr ist gewaltig. eine endlose Karawane und mein Hotel für den Zwischenstopp mitten an der Hauptverkehrsstraße. Das hatte ich mir irgendwie anders vorgestellt. Wolgast ist in der Gegend die einzige Zufahrtstraße zur Insel Usedom und dementsprechend hoch frequentiert. Es sind außerdem Ende der Ferien in Sachsen, sodass sehr viele Sachsen die Heimreise antreten.

Vor dem Einchecken kann ich mein ganzes Gespann vor dem herannahenden Regen ins Trockene bringen. Ich habe noch ein Spezial-Ziel. Eine neue Klingel soll an das Fahrrad.

Nach dem Check-In schlafe ich auf dem Bett ein. Ein Bett tut nach den letzten Tagen extrem gut und ich merke regelrecht, dass mein Körper einfach diese Pause braucht.

In Wolgeast führt die Peenebrücke zur Insel Usedom. Diese öffnet sich  zu bestimmten Zeiten um den Schiffsverkehr passieren zu lassen. Dieses Schauspiel will ich mir am Abend noch in Ruhe anschauen.

Aber irgendwie ist in Wolgast selbst nicht viel zu sehen. Den Tag in ei Museum verbringen will ich auch nicht und zum, herumgammeln ist mir die Zeit zu Schade. Ich muss wieder aufs Fahrrad und ich weiß auch schon wohin.

Peenebrücke Wolgast

So fing es an Zierow

Loddiner Höft

Achterwasser

Als ich in den letzten Tagen am Streckelsberg vorbeigekommen bin, hab ich einen Wegweiser zum Achterwasser gesehen. Diesem Wegweiser wollte ich nun am letzten Tag folgen. Laut Wikipedia ist das Achterwasser eine Lagune. Das will ich sehen.

Der Weg führte mich zunächst direkt nach Koserow und dann zur Landstraße. Nach dieser Hürde folgte ein sehr langer Trampelpfad direkt am Wasser entlang. Ich sehe sehr lange niemanden anders.

Das Wetter ist auch komplett anders. Morgens am Meer war es fast windstill und so gut wie keine Wellen. Angekommen am Achterwasser war es total stürmig, was sich auch auf den Wellengang auswirkte.

Ich folge einfach dem Weg und komme am Hafen Loddin raus. Dort gibt es meine typische Pause mit einem frischen Fischbrötchen. Nach der Stärkung beschließe ich einfach der Straße, dann den Feldweg und letztendlich dem Trampelpfad zu folgen und komme bei der Loddiner Höft heraus.

Und der ganze Weg hat sich wirklich gelohnt. Ich habe eine klasse Aussicht auf das Achterwasser. Es ist zwar sehr windig. Ich finde es aber toll wie die Schatten der einzelnen Wolken über das Wasser ziehen und verweile hier eine ganze Weile. Innerlich ist dieser Moment ein schöner Höhepunkt meiner Fahrrad-Reise auf Usedom. Da vergisst man, dass man bald zurück muss.

Loddiner Höft

So fing es an Zierow

Tauchgondel Zinnowitz

Zinnowitz

Nach meiner Rückkehr von Peenemünde in meiner Basis im Campingplatz Ostseeblick möchte ich noch in die Tauchgondel Zinnowitz und die Ostsee von unten erkunden. Bei meiner letzten Tour an der Ostsee hatte ich auch schon so eine Tauchgondel an einer Seebrücke gesehen. Nun möchte ich da auch selbst mal runter.

Im Wasser angekommen wird einem viel über die Ostsee selbst erklärt. Das ist recht interessant. Fische bekommen wir aber keine zu Gesicht. Nur eine Quale zeigte sich einen kurzen Augenblick. Mit dem Möwenblick ist der Spaß nach 30 Minten auch schon vorbei.

Jetzt gönne ich mir zum Abschluss des Tages guten Fisch bevor es in den letzten Usedom-Tag mit Basis geht.

Tauchgondel Zinnowitz

Nach Osten und Westen bin ich gefahren. Fehlt noch? Richtig. Das Achterwasser.

So fing es an Zierow

U-461

Peenemünde

Nach dem morgendlichen Sonnengruß und dem Frühstück entscheide ich mich nach Peenemünde zu fahren. Dabei habe ich kein konkretes Ziel vor Augen. Ich möchte einfach dem Radweg folgen und sehen wo ich rauskomme.

Nachdem ich den Campingplatz verlasse führt der Weg zunächst durch den Wald. Ich liebe diese frische Morgenluft und das Glitzern der Sonne durch die Bäume hindurch. Ich fahre ganz entspannt. In meinen Gepäcktaschen habe ich nur das Nötigste zur Tagesverpflegung.

Genau das ist auch der Unterschied zu meiner letzten Tour beginnend ab Zierow. Damals wollte war das Ziel so viel wie möglich Kilometer am Tag zu schaffen um nach Usedom zu kommen.  Dabei hatte ich mich und das Material überfordert. Diesmal auf Usedom war der Fokus der Rad-Tour alles etwas entspannter anzugehen und mehr von dem Hier und Jetzt zu genießen.

Angekommen in Karlshagen verfahre ich mich erstmal, da der Wegweiser nach links fehlt. So fahre ich durch eine Ferienhaus-Anlage durch. Ich finde die Architektur der Dächer beeindruckend. Alles mit Natur-Material. Hier lässt es sich bestimmt schön und entspannt leben. Das wäre mir aber zu langweilig. Ich brauche Bewegung.

Der Weg geht weiter über einen Feldweg. Noch einmal links abbiegen und dem Weg direkt zum Hafen folgen. Da erblicke ich schon mein Ziel.

Im Hafen von Penemünde liegt die U-461. Ein Museums-U-Boot. Ich war noch nie in einem U-Boot und möchte es mir definitiv mal anschauen. Doch zunächst heißt es abwarten.

Da die Schlange ziemlich lang ist (es ist ja auch gerade Mittagszeit), mache ich es mir erstmal am Pier gemütlich und esse einen Salat zum Mittag. Noch ein Eis mit einem Hafenspaziergang und dann geht es endlich los.

Das Schiff selbst finde ich sehr beeindruckend. Ich Stelle mir vor, wie das Leben am Bord wirklich tief im Meer gewesen sein muss. Ich habe schon teilweise Platzangst beim durchlaufen.

Leider kann man sich keine Zeit lassen und die Instrumente und alles näher inspizieren. Man befindet sich etwas im Touristenstrom.

Dennoch war es eine tolle Erfahrung. Mit den Eindrücken fahre ich wieder ganz entspannt zurück. Am Abend will ich mal selbst untertauchen.

U-461

Abgetaucht wird in Zinnowitz

So fing es an Zierow

Stawa Młyny

Swinoujscie

In Swingemünde angekommen irre ich am Anfang in der Nähe des Anlegers herum und fahre zu ein paar Kathedralen, die man vom Schiff aus sehen konnte. Dann verfestigt sich mein Ziel.

Bei der Hafeneinfahrt sind wir am Stawa Młyny (Leuchtturm Mühlenbake) vorbeigefahren. Dort will ich nun hin. Da ich mit dem Rad hier bin kann ich es auch in der kurzen Zeit schaffen.

Doch zunächst heißt es den Weg dahin finden. Denn anders als gedacht führt kein direkter Weg am Hafen zum Leuchtturm. Ich muss leider etwas Kreuz und quer fahren. Es dauert auch länger als geplant, da der Weg vom Anleger bis zum Leuchtturm doch länger ist als zunächst angenommen. Ich wollte eigentlich auch nochwas in Polen essen. Seit dem Frühstück gab es nur ein paar Kekse. Also heißt es in die Pedalen treten. Mein Weg führt mich auch an einem Zirkus vorbei. Paradoxerweise mit dem Namen “Korona”.

Die letzten paar Meter muss ich mein Fahrrad am Wegesrand abstellen und zu Fuß laufen. Um zum Leuchtturm zu kommen, muss ich den Strand passieren. Dort entdecke ich auch komische qualenartige runde Teile im Wasser. Keine Ahnung was das nun ist.

Letztendlich am Leuchtturm angekommen habe ich 5 Minuten um diesen Ort auf mich wirken zu lassen bevor es den ganzen Weg zurück geht.

Im Hafen selbst könnte man auch Stunden verbringen. Hier gibt es von Containerschiffe, Segelkutter bis zur Marine alles was das Seemannsherz begehrt.

Ich komme mit einem guten Puffer wieder am Anleger an und habe noch Zeit bei einem Imbiss einen kleinen Eindruck gutbürgerlicher polnischer Küche zu kriegen. Dann heißt es wieder 3 Stunden Rückfahrt, die ich auch für eine Pause nutze.

Stawa Młyny

Wir schippern über das Meer. Nur was ist unter der Wasseroberfläche?

So fing es an Zierow

Blick von Adler-Vinetta

Adler-Vinetta

Nun geht es endlich aufs Schiff. Mit der Adler-Vinetta fahre ich nach Swingemünde und zurück. Mein Fahrrad nehme ich auch mit, damit ich vor Ort flexibler bin. Somit schafft es dann mein Fahrrad nach Polen und hoffentlich auch zurück 😉 Der Fahrplan der Adler-Vinetta hat auch meine Reisepläne vor Ort bestimmt. Am Wochenende werden nur Sonderfahrten durchgeführt. So kam es dann auch letztendlich zur Entscheidung zu meiner Basis auf den Campingplatz Ostseeblick.

Die Fahrt dauert etwa 3 Stunden, da wir bei den Kaiserbädern halt machen. Also an allen 3 Seebrücken.

Auf den Schiff realisiere ich dann so richtig, dass es nur 2 Stunden Landgang sind. Die Adler-Vinetta macht in dieser Zeit eine Hafenrundfahrt.

Viel Zeit bleibt also nicht sich Swingemünde anzuschauen. Bei der Hafeneinfahrt mache ich auch schon mein Ziel aus.

Blick von Adler-Vinetta

Sonnige es an Zierow

Aussicht Streckelsberg

Koserow

An meinem Pausentag fahre ich mal nicht so weit. Durch Zufall habe ich ein Schild gesehen, dass es hier auch ein Karls Erlebnis-Dorf in Koserow gibt. Und nun ratet Mal wer Marmelade mit nach Hause bringen darf? In meinem Anhänger ist ja noch Platz. Also wird eingekauft. Ich aber froh dort wieder weg zu sein. Es ist sehr beliebt und voll in der Halle. Ein Stück Erdbeerkuchen gönne ich mir trotzdem.

Bei Koserow ist auch gleich der Streckelsberg, von wo man eine gute Aussicht auf das Meer hat. Man muss eben erstmal hoch. Es gibt auch 2 Treppen die zum Strand runter führen.

Da der Tag nun schon gut fortgeschritten ist möchte ich mir noch das umgedrehte Haus ansehen. Das ist gleich um die Ecke vom Campingplatz. Das ganze Areal dort ist aber voll mit überteuerten Touri-Angeboten. Hüpfburgen-Park, Schmetterlingsfarm, Wildlife-Park. Alles um die Familien zu unterhalten und das Portemonnaie zu erleichtern.

Das Haus selbst ist ganz nett. Man läuft gefühlt an der Decke entlang. Es gibt unzählige Foto-Sessions. Mit 8€ Eintritt ist der 30 Minuten Spaß nicht billig und man wird regelrecht durchgereicht. Sowas brauche ich die kommenden Tage nicht nochmal.

Da bin ich froh bald wieder am Strand zu sein und das Wasser an meinen Füßen zu spüren. Deshalb bin ich mit hier.

Aussicht Streckelsberg

Apropro Wasser. Wann geht es endlich auf das Schiff?

So fing es an Zierow

 

 

Greifswalder Oie

Greifswalder Oie

Am Abend zieht es mich immer ans Meer. Dabei bewundere ich nicht nur den Sonnenuntergang hinter den Dünen. Ich sitze auch einfach nur am Wasser und blicke aufs Meer. Dabei immer Nord-westlich präsent, der Leuchtturm Greifswalder Oie.Ich könnte stundenlang hier verweilen.

Für den nächsten Tag hab ich einen Spezielauftrag erhalten.

Greifswalder Oie

So fing es an Zierow

Bald geht es weiter…

Seebrücke Heringsdorf

Kaiserbäder

Nun ging es auch endlich weiter mit dem Fahrrad Richtung Osten. Grob hatte ich Ahlbeck im Visier. Das war ja auch laut Reiseführer das Ende des Radweg auf der deutschen Seite.

Für den ersten Teil, vorbei an Koserow, wäre ein Downhill-Fahrrad die bessere Wahl gewesen. Es geht durch den Wald. Bergauf und bergab. Da es auch sehr warm ist, tut es gut im Schatten des Waldes zu fahren. Da stört mich auch nicht so mancher 16% Anstieg. Zum Glück ist der Anhänger in der Basis. Manche Stelle wäre mit dem schweren Anhänger sehr mühsam geworden.

Zunächst geht es auch mit dem Verkehr. Je näher ich aber den Kaiserbädern Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck komme, desto voller wird der Radweg. Leider nicht nur mit Fahrradfahren, sondern auch mit jede Menge Touristen.

Ich komme auch an einem weiteren Zeltplatz vorbei. Dieser zieht sich ca. 5 km am Hauptweg entlang. Ich bin froh, dass ich mit meinem Gespann nicht hier her gefahren bin. Der Zeltplatz ist unbezäunt. Und es ist auch reger Betrieb. Da fühle ich mich in meiner Basis wohler.

Ab Bansin schwimme ich zum Großteil “im Strom”. Da war mir der Wald lieber. Ich halte auch nur kurz bei den Seebrücken. Das sind mir zu viele Menschen. Der Strand erinnert an die Badestrände im Süden. Da bin ich froh, auf meinen entspannten Zeltplatz zu übernachten. Das reicht mir völlig aus und man hat seine Ruhe.

Die Seebrücke in Ahlbeck verpasse ich zunächst. Ich hab im Strom einfach geträumt. Irgendwann kommt dann ein langes Waldstück und ich frage mich wann denn endlich die Seebrücke Ahlbeck kommt. Und plötzlich stehe ich an der polnischen Grenze. So weit wollte ich eigentlich gar nicht fahren.

Nun musste ich mich entscheiden ob ich nach Swingermünde weiterfahre. Die Entscheidung fiel mir aber leicht. Zum einen musste ich den ganzen Weg wieder zurückfahren und nach Swingemünde wollte ich an den folgenden Tagen mit den Schiff fahren, mit Landgang. Also hieß es nach einer kurzen Pause wieder den Rückweg antreten. Sobald ich bei den Kaiserbädern vorbei war hat dies auch mehr Spaß gemacht als die Hinfahrt, da es nun mehr bergab ging.

So konnte ich nach einem erfolgreichen Ausflug meiner Lieblingsaussicht widmen.

Seebrücke Heringsdorf

So fing es an Zierow

Die Aussicht zur Greifswalder Oie

Ostseestrand Trassenheide

Ostseestrand Trassenheide

Jeden Morgen stehe ich kurz vor 6 Uhr auf um pünktlich am Meer zu sein, wenn die Sonne das Meer berührt. Es ist einfach herrlich zu dieser Zeit den Strand fast für sich allein zu haben. Ich jogge barfuß durch die ankommenden Wellen oder gehe gleich direkt ins Wasser. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl das rötliche Funkeln der Sonne auf dem Meer spiegeln zu sehen.

Ostseestrand Trassenheide

Auf dem Weg zum Strand sehe ich auch immer kleine Hasen, die über den noch schlafenden Campingplatz hoppeln. Immer an der selben Stelle.

Die Basis hier erlaubt mir auch, die Insel entspannter zu erkunden. Das große Gepäck bleibt ja hier.

Wo geht es als erstes hin? Natürlich in Richtung der Kaiserbäder.

Aussicht Campingplatz Ostseeblick

Campingplatz Ostseeblick

Meine erste Etappe war gegen 14 Uhr beendet. Spontan entscheide ich im Campingplatz Ostseeblick einzuchecken. Einen Zeltplatz zu bekommen ist für mich kein Problem. Alleine, kleines Zelt und kein Auto. Da findet sich immer ein kleines Fleckchen.

Ich bin froh am Campingplatz angekommen zu sein.  Mit dem Anhänger fühltei ich mich manchmal selbst wie ein LKW. Jetzt heißt es erstmal ankommen.

Es ist ein fliegender Wechsel. Mein Zeltplatz ist noch von einem Leipziger belegt, der spontan weiterziehen will. Er ist nur mit den nötigsten unterwegs und will weiter nach Rügen ziehen.  Er muss also nur noch sein Zelt abbauen.

Derweile habe ich Zeit für ein Pflicht-Ritual. Es geht zum Meer und die Füße müssen ins Wasser. Herrlich!

Später wird dann das Zelt aufgebaut. Natürlich erstmal falsch. Ich habe aber den Dreh schnell raus. Da es donnert und es nach Gewitter aussieht sollte ich auch schnell fertig werden. Der angekündigte Regen kommt aber erst Nachts, wo alle schlummern.

Jetzt heißt es auch überlegen wie es weitergeht. Ich möchte ja auch eine Bootsfahrt unternehmen. In Zeiten von Corona muss man ja viel online buchen. Irgendwie fahren keine Schiffe am Wochenende, was mir meinen groben Plan, weiterziehen etwas durcheinander wirft. Ich habe ja nicht so viel Zeit. Also entscheide ich einfach aus dem Checkpoint eine Basis zu machen und von hier aus in Tagesetappen die Insel zu erkunden. Es fährt sich auch besser mit leichten Gepäck. Außerdem spare ich auch Zeit. Beim Campingplatz-Wechsel fällt ja auch immer Abbau und Aufbau an.

Durch die Basis entwickelt sich auch ein gewisser Tagesablauf mit einem ganz besonderen Ritual morgens um 6 Uhr…

Aussicht Campingplatz Ostseeblick

So fing es an Zierow

Das Ritual am Ostseestrand Trassenheide

Nachtrag:

Hier braucht man auch keine Sorgen haben, dass was geklaut wird. Alles ist ganz entspannt hier. Von Diebstahl-Geschichten im Vorfeld der Reise inspiriert, hatte ich mir eine Fahrrad-Alarmanlage gekauft, damit ich nachts im Zelt geweckt werde, falls jemand das Fahrrad bewegt. Das habe ich noch nicht einmal im Camp aktiviert. Gleich in der ersten Nacht stand mein Fahrrad unangeschlossen neben meinem Zelt. Ich kam nur hin und wieder ungewollt auf den Knopf, wenn ich mich auf die Fernbedienung gesetzt habe und habe für verwunderte Blicke gesorgt, als das Alarmsignal laut einmal ertönte.

 

Landstraße nach Usedom

Überfahrt nach Usedom

Nach dem Frühstück geht es dann endlich los. Aber zuerst muss der Anhänger aus dem ersten Stock die Treppen runter und an dem Fahrrad abgekoppelt werden.

Die ersten Kilometer an der Ryck entlang sind sehr schön. Ich verpasse sogar den Abzweig Richtung Wolgast. Ab jetzt wird es anstrengend. Es geht weiter über die Landstraße. Es isst viel Verkehr. Abschnittsweise muss ich mir die Landstraße mit den LKWs teilen, da es keinen extra Radweg gibt.

Mein Reiseführer hat mir grob gezeigt wo es auf Usedom Campingplätze gibt. Deshalb wollte ich bei der ersten Etappe gleich nach Zinnowitz hoch fahren.

Da ich nicht gar so spät ankommen möchte entscheide ich mich abNeuendorf nicht nach links Richtung Norden zum Meer zu fahren, sondern auf den direkten Weg nach Wolgast zu fahren. Einige lange laute Kilometer Landstraßen standen mir bevor. Die Nordschleife hätte mich einfach mehr Zeit gekostet.

Die Überfahrten nach Usedom ist dann ebenfalls sehr laut. Der Verkehr wird immer mehr. Irgendwann schaffe ich dann doch den Absprung auf die Nebenstraßen Richtung Trasse heide. Ab dann wird es ruhiger und entspannter. Eine kurze Pause mit einem Brathering gibt neue Kraft. Dannf finde ich ihn endlich…

Landstraße nach Usedom

So fing es an Zierow

So geht es weiter Campingplatz Ostseeblick

Greifswald Hafen

Greifswald

Endlich setze ich meine Ostsee-Radtour fort. In Stralsund musste ich die Tour damals abbrechen. Eigentlich müsste ich nun in Stralsund wieder anfangen. Aber eigentlich muss ich auch nicht. Das Ende meiner Ostsee-Radtour wird dieses Mal deutlich entspannter als damals. Damals hatte ich mich etwas übernommen. Dieses Mal soll es auch Urlaub sein und es steht ja “nur die Insel Usedom als letzte Etappe an.

Aus zwei Gründen starte ich meine Tour in Greifswald. Ich will so schnell wie möglich das Meer sehen und ich will so schnell wie möglich nach Usedom. Der Radweg zwischen Stralsund führt laut Reiseführer nur im Inland. Also überspringe ich die paar Kilometer.

Der Fokus hat sich dieses Mal geändert. Letztes Mal wollte ich so viel wie möglich Kilometer fahren. Dieses Mal will ich mehr das Hier und Jetzt genießen.

Für Greifswald selbst bleibt eigentlich nur der Anreisetag. So zieht es mich nach dem Check-in ohne Umwege zum Hafen. Und an diesem kann man sehr schön den Abend genießen. Natürlich gibt es gleich das erste Fischbrötchen mit einem warmen Brötchen. Lecker.Ich verweile noch etwas und lasse die Abendstimmung auf mich wirken. Ich freue mich schon auf Morgen. Dann geht es mit meinem Gespann auf Usedom. Das Tages Ziel lautet…

Greifswald Hafen

So fing die erste Tour an Zierow

So geht es weiter Überfahrt nach Usedom

Stralsund Hafen

Stralsund

Gegen fünf hört der Regen endlich wieder auf und ich kann noch ein paar Minuten duseln bevor ich aufstehe. Mit einem kleinen Frühstück geht es gegen sechs an Strand. Und es ist ein wunderschöner Sonnenaufgang zu beobachten. Einen Moment den ich für mich allein habe, da weit und breit niemand zu sehen ist. Einfach toll. Als sich aber die erste Wolke davor schiebt, heißt wieder aufzubrechen.
Diesmal ist es noch unangenehmer als das letzte Mal, das nasse Zelt zusammenzupacken. Ein nasses Zelt auf nassen Sand ist keine gute Kombination. Ich will es nur irgendwie transportfähig kriegen. Dann kann es auch so langsam weiter gehen.

Auf der Fahrt überlege ich wie es im Allgemeinen mit dem Tag weiter gehen soll. Auf dem Weg nach Stralsund gibt es nur einen Campingplatz kurz vor Barth. Aber mal schauen. Erst mal geht es auf den Deichkopf Richtung Zingst. Dort angekommen, sollte ich ein letztes Mal noch so richtig die Ostsee und ihre Wellen sehen. Ab jetzt ging es wieder Richtung Süden Richtung Barth. Bis kurz vor Pruchten waren die Idylle und die Landschaft auch wunderschön. Danach ging es wieder zunehmend über Landstraßen. Gegen Mittag komm ich an der Abzweigung zum letzten Zeltplatz vor Stralsund an. Bleibe ich hier oder ziehe ich durch bis Stralsund? Es sind immerhin noch etwa 50 km. Wobei die Kilometeranzeigen an den Wegweisern nicht stimmen können. Sie weichen mit den Angaben auf den Straßenschildern für unsere motorisierten Verkehrsteilnehmer ab. Einmal waren es auch wieder mehr Kilometer als auf dem Wegweiser zuvor geworden. Kurz vor Barth die nächste Panne. Aber diesmal kein Platten. Es scheint, dass sich so langsam meine Hinterradbremse verabschiedet. Diese bremst nur noch auf halb neun und steht jetzt auf um 12. Vollblokade! Die Vorderbremse bremst sowieso nicht. Ich muss also weit voraussichtig fahren und lange Bremswege einplanen. Hinzukommt, dass mir das Tretlager zunehmend Sorgen bereitet. Es knirscht und knackst nur noch. Das hatte ich die Tage zuvor auch. Da war es aber nur mal sporadisch aufgetreten. Ein wenig pfriemeln und fummeln am Hinterrad und es rollt wieder. Die anschließenden Kilometer waren unter diesen Umständen eine Qual. Die Last des Gepäcks und das kaputte Material haben den Weg nach Stralsund echt zu einer Zerreißprobe gemacht. Weit und breit war auch nicht mehr die Ostsee zu sehen, da die ausgeschilderte Route nicht am Meer entlang führte. Laut Reiseführer wäre es zumindest ab Klausdorf wieder am Wasser entlanggegangen. Dies war aber nicht der Fall. Experimente wollte ich aber nun nicht mehr eingehen. Ich will nur noch in Stralsund ankommen.

Nach einer gefühlten Ewigkeit und etlichen Bergen und Tälern war es gegen vier soweit. Stralsund. Ich war endlich da. Immer die Straße entlang Richtung Hafen.. Mein Fahrrad kann und will ich ab diesen Moment keinen Meter mehr fahren. Nun ging die Suche los. Wo die Nacht unterkommen? Ich hatte auch keine Lust mehr in dem nassen Zelt zu schlafen. Zufälligerweise traf ich ein älteres Ehepaar am Hafen wieder, welches ich schon kurz vor Klausdorf getroffen hatte. Sie waren bereits am Samstag von Wismar losgefahren und hatten deutlich weniger Gepäck, da sie sich für jede Station ein Hotel gebucht haben. Sie hatten auch einen Stadtplan. Nach kurzen Suchen kam eine Einheimische Bürgerin vorbei und hat uns geholfen. In der Nähe vom Bahnhof gibt es ein Hostel für junge Leute. Die Unterkunft ist billig und ich kann mein ganzes Gepäck unterbringen. Also ging es auf die Suche nach dem Hostel, welches ich auch schnell finden konnte. Ich will nur noch einchecken, meinen ganzen Krempel ins Zimmer wracken und duschen. Ich war ehrlich fix und alle und habe geglüht wie ein Hydrant. Da hatte ich mich wohl doch mit der Strecke etwas übernommen.

Schließlich habe dann den Tag bei einem schönen kalten Bier auf dem Stralsunder Neumarkt ausklingen lassen. Hier sollte meine Radtour auch vorerst enden. Das Material war hin, ich war geschafft von der Strecke, mein Rücken nimmt mir die Unterlagen übel und außerdem ist die Bahnverbindung nach Hause für mein Gefährt optimal. Nur einmal umsteigen OHNE Bahngleiswechsel. Also entschied ich für den kommenden Tag einen Tag Pause einzulegen und in Ruhe Stralsund anzuschauen. Bevor es dann am nächsten Tag wieder nach Hause geht.

Endlich hatte ich wieder ein Bett für die Nacht, obwohl die Kajüte nicht wirklich bequem mit der „Matratze“ war. In dem Hostel gab es 6 Bett-Kajüten. Beim Frühstück sah man überwiegend Schulklassen. Ich kam mir schon etwas alt vor. Es sollte ja nur Mittel zum Zweck sein. Ich will mir noch in Ruhe die Altstadt und das Ozeanueum am Hafen anschauen.

Dann geht es ins Ozeaneum. Dieses ist wirklich sehenswert und ich verbringe eine Weile darin. Auf den Rückweg in die Stadt fällt mir noch eine weitere Ausstellung auf. „Fiese Bilde“. Eine lustige Ausstellung mit Cartoons des schwarzen Humors. Mit 5€ Eintritt auch billig.
Auf dem Altmarkt lasse ich meine Reise ausklingen. Damit sollte sich dann auch so langsam mein Ostsee-Urlaub dem Ende nähern. Am nächsten Tag stand nur noch die Abreise an.

Nach dem Frühstück wird noch einmal den Wagen beladen und das Gefährt rollfähig gemacht. Fahren will ich es nicht mehr. Viertel elf fährt dann auch der Zug Richtung Heimat. Beim Umstieg in Elsterwerda geht alles so schnell, dass die Fahne des Wagens auf dem Bahnsteig zurückbleibt.

Kurz vor vier dann endlich die Ankunft in Dresden. Noch einmal den Wagen die Treppen runter tragen. Erstaunlicherweise hilft gleich jemand. Noch einmal den Wagen an das Fahrrad koppeln und das Ding nach Hause bringen. Geschafft aber glücklich komme ich wieder zuhause an.

Eins steht fest. Ich werde die Route eines Tages zu Ende fahren.

Stralsund Hafen

So fing es an Zierow

Geht es weiter?

Natürlich > Greifswald

Regenbogen Camp

Regenbogen-Camp

Von Graal-Müritz aus geht es weiter Richtung Dierhagen. Nebenbei konnte ich noch einer Familie, die einen Reitplatz gesucht hatte, mit meinem Reiseführer weiterhelfen. Ich liege gut im Plan und traue mich nun auf den Darß hoch zufahren. Meine Kollegen aus Rostock meinten, da oben ist die Welt zu Ende. Bei meiner Fahrt auf den Deichkopf sind nur links neben mir die Hochdüne und rechts die Straße. Ich kann diese Aussage also bestätigen. So geht es einige Kilometer bis Wustrow. Es wird so langsam Zeit, nach einer passenden Nachtunterkunft zu schauen. Ich kann am unteren Darß entlang Richtung Born am Darß fahren oder die lange Variante wählen und das nördliche Natureum Darßer Ort aufsuchen. Ich entscheide mich für die zweite Variante.

Die Wege werden schwieriger. Sandig. Es ist teilweise anstrengend zu fahren. Ich muss öfters mal absteigen und schieben. Der Blick über die Steilklippen am Westen vom Darß entschädigt aber für den Aufwand. Weiter geht es durch den Darßer Urwald. Und dieser ist länger als gedacht. Es ist mittlerweile gegen drei und ich muss langsam wirklich kämpfen um mein Ziel zu erreichen. Auf den Wegen befinden sich noch Steine aus DDR-Zeiten. Es ist langsam wirklich nicht schön zu fahren und der Weg nimmt kein Ende. Angekommen im Zentrum des Darßer Urwalds, dem Großen Stern, eine Kreuzung mit einem Wegweiser in Sternform, empfiehlt mir ein höflicher Zeitgenosse einen anderen Weg als geplant zu fahren. Ich würde Zeit sparen. Aber irgendwie fahre ich einen Knick. Ob das eine Zeitersparnis war bezweifle ich. Aber ist ja auch nun egal.

Ich komme in Prerow an und muss noch durch den ganzen Ort bis zum Regenbogen-Camp. Dies ist irgendwie eine Touristen-Hochburg. Ich kann natürlich nicht den vorgesehenen Radweg entlang fahren, weil alles voll ist. Ab auf die Straße. Endlich komme ich gegen sechs auch am geplanten Campingplatz an. Die Angestellte an der Rezeption will mich mit meinem Zelt in die Hochdünen schicken. Da ich aber schlechtes Wetter vermute, kann ich Sie überzeugen etwas weiter hinten einen Platz für die Nacht zu wählen. Nun geht es auf die Suche nach meinem Platz. Das Gelände ist riesig und so gut wie nichts mehr los. Ich komme an den Dünen an und merke, dass es mit dem Gespann eh nicht möglich gewesen wäre auf die Hochdünen zu fahren. Ich fahre mich relativ schnell fest. Alles sehr sandig hier. Allgemein macht mir das Gelände keinen so sicheren Eindruck. Hier ist nichts mehr los. Viele Touristen hier bevorzugen wohl lieber eine Ferienwohnung.

Ich bin nun in einem riesigen Waldstück und soll mein Zelt hinter den Dünen an einem Weg errichten. Da hatte ich mich in Kühlingsborn sicherer gefühlt. Es nützt nun nix. Ich bin jetzt einmal hier hochgefahren und muss mich so langsam für die Nacht vorbereiten. Das nasse Zelt wieder aufbauen. Mittlerweile lass ich den Großteil meines Gepäcks im Wagen. Nur noch das wichtigste wird in das Zelt verfrachtet.

Das Zelt steht und es geht erst mal zwischen den Dünen hindurch an das Meer.

Wenn man da am Wasser steht, fällt einem die ganze Last, die man sich durch die zurückgelegte Strecke auf gebürgt hat, von den Schultern,. Das Meer ist ruhig und ich sehe auch vereinzelt noch Menschen am Strand. Mann, dass ich das hier erleben darf. Als es langsam dunkel wird koche ich mir mein Abendbrot, koche meinen Tee und bereite die Wärmflasche für die Nacht vor. Aus der Dusche im Sanitär Gebäude kommt kein warmes Wasser. Es ist also Katzenwäsche angesagt. Und dann geht es auch wieder schlafen. Mitten in der Nacht werde ich plötzlich durch einen Knall neben meinem Zelt geweckt. Was war das? Nach fünf Minuten warten Ruhe dreh ich mich wieder rum. Mittlerweile regnet es wieder. Diesmal muss ich aber am kommenden Tag weiter ziehen. Noch eine Nacht will ich hier nicht bleiben.

Regenbogen Camp

So fing es an Zierow

Bald geht es weiter…

Graal-Müritz

Graal-Müritz

Halb sechs morgens treibt es mich früh raus. Es hat die Nacht nicht geregnet und ich habe auch etwas besser geschlafen. Ich gewöhne mich wohl langsam an die Umstände, trotz der hohen Luftfeuchte im Zelt durch den Regen des letzten Tages. Ich packe im etwas schlammigen Untergrund meine sieben Sachen. Meine Wunde vom Dienstag scheint nicht so richtig zu heilen. Sie entzündet sich etwas. Bevor ich noch das Risiko einer Infektion eingehe öffne ich den Erste Hilfe Kasten, welchen mir meine Schwester empfohlen hatte. Und toll. Nur Binden. Ich brauche nur ein Pflaster. Glücklicherweise führt der Norma Aqua-Pflaster, sodass ich meine Wunde vor der Schlacht mit dem nassen Zelt schützen kann. Ich bezahle meinen Aufenthalt plus die ursprünglich nicht eingeplante Verlängerung und ziehe mit etwas Sand vom Strand als Andenken weiter. Mein Ziel ist heute der Darß.

Richtung Warnemünde läuft es auch zunächst ganz gut. Die Sonne scheint über mir und ich komm am Meer gut voran. Der Blick Richtung Warnemünde lässt aber nichts Gutes vermuten. Dunkle Wolken lauern über der Ostsee, aus denen es schon regnet. Diese Wolken sollten mich auch bald erreichen. Ich fahre weiter und komm so manchen Weg entlang, wo ich mir nicht sicher bin, ob dieser als Radweg vorgesehen war. Schmale enge Waldwege mit riesigen Pfützen. Für mich und mein Gespann etwas ungünstig. Entweder habe ich mich verfahren oder ich weiß es nicht. Zumindest geht es Richtung Osten. Also Augen zu und durch. Kurz vor Warnemünde ist es dann soweit. Ich habe die große böse Regenwolke erreicht. Im strömenden Regen erreiche ich Warnemünde. Da ich gestern bereits mit der MS Baltica hier war, will ich nur schnell die Fähre erreichen um weiter Richtung Rostocker Heide zu fahren. Es hat zwar mittlerweile aufgehört. Angekommen an der Fahre kommt aber wieder eine Husche runter. Auf diesen Teil der Tour haben sich die Radfahrerhandschuhe ausgezahlt, welche ich nur durch Zufall käuflich erwarb.

Ich löse ein Ticket und muss beim Kassierer natürlich nach bezahlen. Ich hatte den Wagen nicht bedacht. Der Kassierer schaut sich den Wagen an und fragt: „Ist da wer drin?“ Natürlich habe ich ein Kind da rein gequetscht und mein Zelt drauf gepackt.

Die Regen-Husche ist glücklicherweise wieder vorbei und ich komme ohne Regen mit der Fähre in der „Hohen Düne“ an. Von dort aus geht es über die Rostocker Heide Richtung Graal-Müritz. Der Weg durch die Rostocker Heide geht größtenteils durch das Waldgebiet. Leider wieder teilweise an der Landstraße vorbei. Gegen Mittag komme ich in Graal-Müritz an. Dort ist es so windig, dass die Möwen am Strand im Wind direkt über einen stehen.

Graal-Müritz

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