Blick von Adler-Vinetta

Adler-Vinetta

Nun geht es endlich aufs Schiff. Mit der Adler-Vinetta fahre ich nach Swingemünde und zurück. Mein Fahrrad nehme ich auch mit, damit ich vor Ort flexibler bin. Somit schafft es dann mein Fahrrad nach Polen und hoffentlich auch zurück 😉 Der Fahrplan der Adler-Vinetta hat auch meine Reisepläne vor Ort bestimmt. Am Wochenende werden nur Sonderfahrten durchgeführt. So kam es dann auch letztendlich zur Entscheidung zu meiner Basis auf den Campingplatz Ostseeblick.

Die Fahrt dauert etwa 3 Stunden, da wir bei den Kaiserbädern halt machen. Also an allen 3 Seebrücken.

Auf den Schiff realisiere ich dann so richtig, dass es nur 2 Stunden Landgang sind. Die Adler-Vinetta macht in dieser Zeit eine Hafenrundfahrt.

Viel Zeit bleibt also nicht sich Swingemünde anzuschauen. Bei der Hafeneinfahrt mache ich auch schon mein Ziel aus.

Blick von Adler-Vinetta

Sonnige es an Zierow

Aussicht Streckelsberg

Koserow

An meinem Pausentag fahre ich mal nicht so weit. Durch Zufall habe ich ein Schild gesehen, dass es hier auch ein Karls Erlebnis-Dorf in Koserow gibt. Und nun ratet Mal wer Marmelade mit nach Hause bringen darf? In meinem Anhänger ist ja noch Platz. Also wird eingekauft. Ich aber froh dort wieder weg zu sein. Es ist sehr beliebt und voll in der Halle. Ein Stück Erdbeerkuchen gönne ich mir trotzdem.

Bei Koserow ist auch gleich der Streckelsberg, von wo man eine gute Aussicht auf das Meer hat. Man muss eben erstmal hoch. Es gibt auch 2 Treppen die zum Strand runter führen.

Da der Tag nun schon gut fortgeschritten ist möchte ich mir noch das umgedrehte Haus ansehen. Das ist gleich um die Ecke vom Campingplatz. Das ganze Areal dort ist aber voll mit überteuerten Touri-Angeboten. Hüpfburgen-Park, Schmetterlingsfarm, Wildlife-Park. Alles um die Familien zu unterhalten und das Portemonnaie zu erleichtern.

Das Haus selbst ist ganz nett. Man läuft gefühlt an der Decke entlang. Es gibt unzählige Foto-Sessions. Mit 8€ Eintritt ist der 30 Minuten Spaß nicht billig und man wird regelrecht durchgereicht. Sowas brauche ich die kommenden Tage nicht nochmal.

Da bin ich froh bald wieder am Strand zu sein und das Wasser an meinen Füßen zu spüren. Deshalb bin ich mit hier.

Aussicht Streckelsberg

Apropro Wasser. Wann geht es endlich auf das Schiff?

So fing es an Zierow

 

 

Greifswalder Oie

Greifswalder Oie

Am Abend zieht es mich immer ans Meer. Dabei bewundere ich nicht nur den Sonnenuntergang hinter den Dünen. Ich sitze auch einfach nur am Wasser und blicke aufs Meer. Dabei immer Nord-westlich präsent, der Leuchtturm Greifswalder Oie.Ich könnte stundenlang hier verweilen.

Für den nächsten Tag hab ich einen Spezielauftrag erhalten.

Greifswalder Oie

So fing es an Zierow

Bald geht es weiter…

Seebrücke Heringsdorf

Kaiserbäder

Nun ging es auch endlich weiter mit dem Fahrrad Richtung Osten. Grob hatte ich Ahlbeck im Visier. Das war ja auch laut Reiseführer das Ende des Radweg auf der deutschen Seite.

Für den ersten Teil, vorbei an Koserow, wäre ein Downhill-Fahrrad die bessere Wahl gewesen. Es geht durch den Wald. Bergauf und bergab. Da es auch sehr warm ist, tut es gut im Schatten des Waldes zu fahren. Da stört mich auch nicht so mancher 16% Anstieg. Zum Glück ist der Anhänger in der Basis. Manche Stelle wäre mit dem schweren Anhänger sehr mühsam geworden.

Zunächst geht es auch mit dem Verkehr. Je näher ich aber den Kaiserbädern Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck komme, desto voller wird der Radweg. Leider nicht nur mit Fahrradfahren, sondern auch mit jede Menge Touristen.

Ich komme auch an einem weiteren Zeltplatz vorbei. Dieser zieht sich ca. 5 km am Hauptweg entlang. Ich bin froh, dass ich mit meinem Gespann nicht hier her gefahren bin. Der Zeltplatz ist unbezäunt. Und es ist auch reger Betrieb. Da fühle ich mich in meiner Basis wohler.

Ab Bansin schwimme ich zum Großteil “im Strom”. Da war mir der Wald lieber. Ich halte auch nur kurz bei den Seebrücken. Das sind mir zu viele Menschen. Der Strand erinnert an die Badestrände im Süden. Da bin ich froh, auf meinen entspannten Zeltplatz zu übernachten. Das reicht mir völlig aus und man hat seine Ruhe.

Die Seebrücke in Ahlbeck verpasse ich zunächst. Ich hab im Strom einfach geträumt. Irgendwann kommt dann ein langes Waldstück und ich frage mich wann denn endlich die Seebrücke Ahlbeck kommt. Und plötzlich stehe ich an der polnischen Grenze. So weit wollte ich eigentlich gar nicht fahren.

Nun musste ich mich entscheiden ob ich nach Swingermünde weiterfahre. Die Entscheidung fiel mir aber leicht. Zum einen musste ich den ganzen Weg wieder zurückfahren und nach Swingemünde wollte ich an den folgenden Tagen mit den Schiff fahren, mit Landgang. Also hieß es nach einer kurzen Pause wieder den Rückweg antreten. Sobald ich bei den Kaiserbädern vorbei war hat dies auch mehr Spaß gemacht als die Hinfahrt, da es nun mehr bergab ging.

So konnte ich nach einem erfolgreichen Ausflug meiner Lieblingsaussicht widmen.

Seebrücke Heringsdorf

So fing es an Zierow

Die Aussicht zur Greifswalder Oie

Ostseestrand Trassenheide

Ostseestrand Trassenheide

Jeden Morgen stehe ich kurz vor 6 Uhr auf um pünktlich am Meer zu sein, wenn die Sonne das Meer berührt. Es ist einfach herrlich zu dieser Zeit den Strand fast für sich allein zu haben. Ich jogge barfuß durch die ankommenden Wellen oder gehe gleich direkt ins Wasser. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl das rötliche Funkeln der Sonne auf dem Meer spiegeln zu sehen.

Ostseestrand Trassenheide

Auf dem Weg zum Strand sehe ich auch immer kleine Hasen, die über den noch schlafenden Campingplatz hoppeln. Immer an der selben Stelle.

Die Basis hier erlaubt mir auch, die Insel entspannter zu erkunden. Das große Gepäck bleibt ja hier.

Wo geht es als erstes hin? Natürlich in Richtung der Kaiserbäder.

Aussicht Campingplatz Ostseeblick

Campingplatz Ostseeblick

Meine erste Etappe war gegen 14 Uhr beendet. Spontan entscheide ich im Campingplatz Ostseeblick einzuchecken. Einen Zeltplatz zu bekommen ist für mich kein Problem. Alleine, kleines Zelt und kein Auto. Da findet sich immer ein kleines Fleckchen.

Ich bin froh am Campingplatz angekommen zu sein.  Mit dem Anhänger fühltei ich mich manchmal selbst wie ein LKW. Jetzt heißt es erstmal ankommen.

Es ist ein fliegender Wechsel. Mein Zeltplatz ist noch von einem Leipziger belegt, der spontan weiterziehen will. Er ist nur mit den nötigsten unterwegs und will weiter nach Rügen ziehen.  Er muss also nur noch sein Zelt abbauen.

Derweile habe ich Zeit für ein Pflicht-Ritual. Es geht zum Meer und die Füße müssen ins Wasser. Herrlich!

Später wird dann das Zelt aufgebaut. Natürlich erstmal falsch. Ich habe aber den Dreh schnell raus. Da es donnert und es nach Gewitter aussieht sollte ich auch schnell fertig werden. Der angekündigte Regen kommt aber erst Nachts, wo alle schlummern.

Jetzt heißt es auch überlegen wie es weitergeht. Ich möchte ja auch eine Bootsfahrt unternehmen. In Zeiten von Corona muss man ja viel online buchen. Irgendwie fahren keine Schiffe am Wochenende, was mir meinen groben Plan, weiterziehen etwas durcheinander wirft. Ich habe ja nicht so viel Zeit. Also entscheide ich einfach aus dem Checkpoint eine Basis zu machen und von hier aus in Tagesetappen die Insel zu erkunden. Es fährt sich auch besser mit leichten Gepäck. Außerdem spare ich auch Zeit. Beim Campingplatz-Wechsel fällt ja auch immer Abbau und Aufbau an.

Durch die Basis entwickelt sich auch ein gewisser Tagesablauf mit einem ganz besonderen Ritual morgens um 6 Uhr…

Aussicht Campingplatz Ostseeblick

So fing es an Zierow

Das Ritual am Ostseestrand Trassenheide

Nachtrag:

Hier braucht man auch keine Sorgen haben, dass was geklaut wird. Alles ist ganz entspannt hier. Von Diebstahl-Geschichten im Vorfeld der Reise inspiriert, hatte ich mir eine Fahrrad-Alarmanlage gekauft, damit ich nachts im Zelt geweckt werde, falls jemand das Fahrrad bewegt. Das habe ich noch nicht einmal im Camp aktiviert. Gleich in der ersten Nacht stand mein Fahrrad unangeschlossen neben meinem Zelt. Ich kam nur hin und wieder ungewollt auf den Knopf, wenn ich mich auf die Fernbedienung gesetzt habe und habe für verwunderte Blicke gesorgt, als das Alarmsignal laut einmal ertönte.

 

Landstraße nach Usedom

Überfahrt nach Usedom

Nach dem Frühstück geht es dann endlich los. Aber zuerst muss der Anhänger aus dem ersten Stock die Treppen runter und an dem Fahrrad abgekoppelt werden.

Die ersten Kilometer an der Ryck entlang sind sehr schön. Ich verpasse sogar den Abzweig Richtung Wolgast. Ab jetzt wird es anstrengend. Es geht weiter über die Landstraße. Es isst viel Verkehr. Abschnittsweise muss ich mir die Landstraße mit den LKWs teilen, da es keinen extra Radweg gibt.

Mein Reiseführer hat mir grob gezeigt wo es auf Usedom Campingplätze gibt. Deshalb wollte ich bei der ersten Etappe gleich nach Zinnowitz hoch fahren.

Da ich nicht gar so spät ankommen möchte entscheide ich mich abNeuendorf nicht nach links Richtung Norden zum Meer zu fahren, sondern auf den direkten Weg nach Wolgast zu fahren. Einige lange laute Kilometer Landstraßen standen mir bevor. Die Nordschleife hätte mich einfach mehr Zeit gekostet.

Die Überfahrten nach Usedom ist dann ebenfalls sehr laut. Der Verkehr wird immer mehr. Irgendwann schaffe ich dann doch den Absprung auf die Nebenstraßen Richtung Trasse heide. Ab dann wird es ruhiger und entspannter. Eine kurze Pause mit einem Brathering gibt neue Kraft. Dannf finde ich ihn endlich…

Landstraße nach Usedom

So fing es an Zierow

So geht es weiter Campingplatz Ostseeblick

Greifswald Hafen

Greifswald

Endlich setze ich meine Ostsee-Radtour fort. In Stralsund musste ich die Tour damals abbrechen. Eigentlich müsste ich nun in Stralsund wieder anfangen. Aber eigentlich muss ich auch nicht. Das Ende meiner Ostsee-Radtour wird dieses Mal deutlich entspannter als damals. Damals hatte ich mich etwas übernommen. Dieses Mal soll es auch Urlaub sein und es steht ja “nur die Insel Usedom als letzte Etappe an.

Aus zwei Gründen starte ich meine Tour in Greifswald. Ich will so schnell wie möglich das Meer sehen und ich will so schnell wie möglich nach Usedom. Der Radweg zwischen Stralsund führt laut Reiseführer nur im Inland. Also überspringe ich die paar Kilometer.

Der Fokus hat sich dieses Mal geändert. Letztes Mal wollte ich so viel wie möglich Kilometer fahren. Dieses Mal will ich mehr das Hier und Jetzt genießen.

Für Greifswald selbst bleibt eigentlich nur der Anreisetag. So zieht es mich nach dem Check-in ohne Umwege zum Hafen. Und an diesem kann man sehr schön den Abend genießen. Natürlich gibt es gleich das erste Fischbrötchen mit einem warmen Brötchen. Lecker.Ich verweile noch etwas und lasse die Abendstimmung auf mich wirken. Ich freue mich schon auf Morgen. Dann geht es mit meinem Gespann auf Usedom. Das Tages Ziel lautet…

Greifswald Hafen

So fing die erste Tour an Zierow

So geht es weiter Überfahrt nach Usedom

Stralsund Hafen

Stralsund

Gegen fünf hört der Regen endlich wieder auf und ich kann noch ein paar Minuten duseln bevor ich aufstehe. Mit einem kleinen Frühstück geht es gegen sechs an Strand. Und es ist ein wunderschöner Sonnenaufgang zu beobachten. Einen Moment den ich für mich allein habe, da weit und breit niemand zu sehen ist. Einfach toll. Als sich aber die erste Wolke davor schiebt, heißt wieder aufzubrechen.
Diesmal ist es noch unangenehmer als das letzte Mal, das nasse Zelt zusammenzupacken. Ein nasses Zelt auf nassen Sand ist keine gute Kombination. Ich will es nur irgendwie transportfähig kriegen. Dann kann es auch so langsam weiter gehen.

Auf der Fahrt überlege ich wie es im Allgemeinen mit dem Tag weiter gehen soll. Auf dem Weg nach Stralsund gibt es nur einen Campingplatz kurz vor Barth. Aber mal schauen. Erst mal geht es auf den Deichkopf Richtung Zingst. Dort angekommen, sollte ich ein letztes Mal noch so richtig die Ostsee und ihre Wellen sehen. Ab jetzt ging es wieder Richtung Süden Richtung Barth. Bis kurz vor Pruchten waren die Idylle und die Landschaft auch wunderschön. Danach ging es wieder zunehmend über Landstraßen. Gegen Mittag komm ich an der Abzweigung zum letzten Zeltplatz vor Stralsund an. Bleibe ich hier oder ziehe ich durch bis Stralsund? Es sind immerhin noch etwa 50 km. Wobei die Kilometeranzeigen an den Wegweisern nicht stimmen können. Sie weichen mit den Angaben auf den Straßenschildern für unsere motorisierten Verkehrsteilnehmer ab. Einmal waren es auch wieder mehr Kilometer als auf dem Wegweiser zuvor geworden. Kurz vor Barth die nächste Panne. Aber diesmal kein Platten. Es scheint, dass sich so langsam meine Hinterradbremse verabschiedet. Diese bremst nur noch auf halb neun und steht jetzt auf um 12. Vollblokade! Die Vorderbremse bremst sowieso nicht. Ich muss also weit voraussichtig fahren und lange Bremswege einplanen. Hinzukommt, dass mir das Tretlager zunehmend Sorgen bereitet. Es knirscht und knackst nur noch. Das hatte ich die Tage zuvor auch. Da war es aber nur mal sporadisch aufgetreten. Ein wenig pfriemeln und fummeln am Hinterrad und es rollt wieder. Die anschließenden Kilometer waren unter diesen Umständen eine Qual. Die Last des Gepäcks und das kaputte Material haben den Weg nach Stralsund echt zu einer Zerreißprobe gemacht. Weit und breit war auch nicht mehr die Ostsee zu sehen, da die ausgeschilderte Route nicht am Meer entlang führte. Laut Reiseführer wäre es zumindest ab Klausdorf wieder am Wasser entlanggegangen. Dies war aber nicht der Fall. Experimente wollte ich aber nun nicht mehr eingehen. Ich will nur noch in Stralsund ankommen.

Nach einer gefühlten Ewigkeit und etlichen Bergen und Tälern war es gegen vier soweit. Stralsund. Ich war endlich da. Immer die Straße entlang Richtung Hafen.. Mein Fahrrad kann und will ich ab diesen Moment keinen Meter mehr fahren. Nun ging die Suche los. Wo die Nacht unterkommen? Ich hatte auch keine Lust mehr in dem nassen Zelt zu schlafen. Zufälligerweise traf ich ein älteres Ehepaar am Hafen wieder, welches ich schon kurz vor Klausdorf getroffen hatte. Sie waren bereits am Samstag von Wismar losgefahren und hatten deutlich weniger Gepäck, da sie sich für jede Station ein Hotel gebucht haben. Sie hatten auch einen Stadtplan. Nach kurzen Suchen kam eine Einheimische Bürgerin vorbei und hat uns geholfen. In der Nähe vom Bahnhof gibt es ein Hostel für junge Leute. Die Unterkunft ist billig und ich kann mein ganzes Gepäck unterbringen. Also ging es auf die Suche nach dem Hostel, welches ich auch schnell finden konnte. Ich will nur noch einchecken, meinen ganzen Krempel ins Zimmer wracken und duschen. Ich war ehrlich fix und alle und habe geglüht wie ein Hydrant. Da hatte ich mich wohl doch mit der Strecke etwas übernommen.

Schließlich habe dann den Tag bei einem schönen kalten Bier auf dem Stralsunder Neumarkt ausklingen lassen. Hier sollte meine Radtour auch vorerst enden. Das Material war hin, ich war geschafft von der Strecke, mein Rücken nimmt mir die Unterlagen übel und außerdem ist die Bahnverbindung nach Hause für mein Gefährt optimal. Nur einmal umsteigen OHNE Bahngleiswechsel. Also entschied ich für den kommenden Tag einen Tag Pause einzulegen und in Ruhe Stralsund anzuschauen. Bevor es dann am nächsten Tag wieder nach Hause geht.

Endlich hatte ich wieder ein Bett für die Nacht, obwohl die Kajüte nicht wirklich bequem mit der „Matratze“ war. In dem Hostel gab es 6 Bett-Kajüten. Beim Frühstück sah man überwiegend Schulklassen. Ich kam mir schon etwas alt vor. Es sollte ja nur Mittel zum Zweck sein. Ich will mir noch in Ruhe die Altstadt und das Ozeanueum am Hafen anschauen.

Dann geht es ins Ozeaneum. Dieses ist wirklich sehenswert und ich verbringe eine Weile darin. Auf den Rückweg in die Stadt fällt mir noch eine weitere Ausstellung auf. „Fiese Bilde“. Eine lustige Ausstellung mit Cartoons des schwarzen Humors. Mit 5€ Eintritt auch billig.
Auf dem Altmarkt lasse ich meine Reise ausklingen. Damit sollte sich dann auch so langsam mein Ostsee-Urlaub dem Ende nähern. Am nächsten Tag stand nur noch die Abreise an.

Nach dem Frühstück wird noch einmal den Wagen beladen und das Gefährt rollfähig gemacht. Fahren will ich es nicht mehr. Viertel elf fährt dann auch der Zug Richtung Heimat. Beim Umstieg in Elsterwerda geht alles so schnell, dass die Fahne des Wagens auf dem Bahnsteig zurückbleibt.

Kurz vor vier dann endlich die Ankunft in Dresden. Noch einmal den Wagen die Treppen runter tragen. Erstaunlicherweise hilft gleich jemand. Noch einmal den Wagen an das Fahrrad koppeln und das Ding nach Hause bringen. Geschafft aber glücklich komme ich wieder zuhause an.

Eins steht fest. Ich werde die Route eines Tages zu Ende fahren.

Stralsund Hafen

So fing es an Zierow

Geht es weiter?

Natürlich > Greifswald

Regenbogen Camp

Regenbogen-Camp

Von Graal-Müritz aus geht es weiter Richtung Dierhagen. Nebenbei konnte ich noch einer Familie, die einen Reitplatz gesucht hatte, mit meinem Reiseführer weiterhelfen. Ich liege gut im Plan und traue mich nun auf den Darß hoch zufahren. Meine Kollegen aus Rostock meinten, da oben ist die Welt zu Ende. Bei meiner Fahrt auf den Deichkopf sind nur links neben mir die Hochdüne und rechts die Straße. Ich kann diese Aussage also bestätigen. So geht es einige Kilometer bis Wustrow. Es wird so langsam Zeit, nach einer passenden Nachtunterkunft zu schauen. Ich kann am unteren Darß entlang Richtung Born am Darß fahren oder die lange Variante wählen und das nördliche Natureum Darßer Ort aufsuchen. Ich entscheide mich für die zweite Variante.

Die Wege werden schwieriger. Sandig. Es ist teilweise anstrengend zu fahren. Ich muss öfters mal absteigen und schieben. Der Blick über die Steilklippen am Westen vom Darß entschädigt aber für den Aufwand. Weiter geht es durch den Darßer Urwald. Und dieser ist länger als gedacht. Es ist mittlerweile gegen drei und ich muss langsam wirklich kämpfen um mein Ziel zu erreichen. Auf den Wegen befinden sich noch Steine aus DDR-Zeiten. Es ist langsam wirklich nicht schön zu fahren und der Weg nimmt kein Ende. Angekommen im Zentrum des Darßer Urwalds, dem Großen Stern, eine Kreuzung mit einem Wegweiser in Sternform, empfiehlt mir ein höflicher Zeitgenosse einen anderen Weg als geplant zu fahren. Ich würde Zeit sparen. Aber irgendwie fahre ich einen Knick. Ob das eine Zeitersparnis war bezweifle ich. Aber ist ja auch nun egal.

Ich komme in Prerow an und muss noch durch den ganzen Ort bis zum Regenbogen-Camp. Dies ist irgendwie eine Touristen-Hochburg. Ich kann natürlich nicht den vorgesehenen Radweg entlang fahren, weil alles voll ist. Ab auf die Straße. Endlich komme ich gegen sechs auch am geplanten Campingplatz an. Die Angestellte an der Rezeption will mich mit meinem Zelt in die Hochdünen schicken. Da ich aber schlechtes Wetter vermute, kann ich Sie überzeugen etwas weiter hinten einen Platz für die Nacht zu wählen. Nun geht es auf die Suche nach meinem Platz. Das Gelände ist riesig und so gut wie nichts mehr los. Ich komme an den Dünen an und merke, dass es mit dem Gespann eh nicht möglich gewesen wäre auf die Hochdünen zu fahren. Ich fahre mich relativ schnell fest. Alles sehr sandig hier. Allgemein macht mir das Gelände keinen so sicheren Eindruck. Hier ist nichts mehr los. Viele Touristen hier bevorzugen wohl lieber eine Ferienwohnung.

Ich bin nun in einem riesigen Waldstück und soll mein Zelt hinter den Dünen an einem Weg errichten. Da hatte ich mich in Kühlingsborn sicherer gefühlt. Es nützt nun nix. Ich bin jetzt einmal hier hochgefahren und muss mich so langsam für die Nacht vorbereiten. Das nasse Zelt wieder aufbauen. Mittlerweile lass ich den Großteil meines Gepäcks im Wagen. Nur noch das wichtigste wird in das Zelt verfrachtet.

Das Zelt steht und es geht erst mal zwischen den Dünen hindurch an das Meer.

Wenn man da am Wasser steht, fällt einem die ganze Last, die man sich durch die zurückgelegte Strecke auf gebürgt hat, von den Schultern,. Das Meer ist ruhig und ich sehe auch vereinzelt noch Menschen am Strand. Mann, dass ich das hier erleben darf. Als es langsam dunkel wird koche ich mir mein Abendbrot, koche meinen Tee und bereite die Wärmflasche für die Nacht vor. Aus der Dusche im Sanitär Gebäude kommt kein warmes Wasser. Es ist also Katzenwäsche angesagt. Und dann geht es auch wieder schlafen. Mitten in der Nacht werde ich plötzlich durch einen Knall neben meinem Zelt geweckt. Was war das? Nach fünf Minuten warten Ruhe dreh ich mich wieder rum. Mittlerweile regnet es wieder. Diesmal muss ich aber am kommenden Tag weiter ziehen. Noch eine Nacht will ich hier nicht bleiben.

Regenbogen Camp

So fing es an Zierow

Bald geht es weiter…

Graal-Müritz

Graal-Müritz

Halb sechs morgens treibt es mich früh raus. Es hat die Nacht nicht geregnet und ich habe auch etwas besser geschlafen. Ich gewöhne mich wohl langsam an die Umstände, trotz der hohen Luftfeuchte im Zelt durch den Regen des letzten Tages. Ich packe im etwas schlammigen Untergrund meine sieben Sachen. Meine Wunde vom Dienstag scheint nicht so richtig zu heilen. Sie entzündet sich etwas. Bevor ich noch das Risiko einer Infektion eingehe öffne ich den Erste Hilfe Kasten, welchen mir meine Schwester empfohlen hatte. Und toll. Nur Binden. Ich brauche nur ein Pflaster. Glücklicherweise führt der Norma Aqua-Pflaster, sodass ich meine Wunde vor der Schlacht mit dem nassen Zelt schützen kann. Ich bezahle meinen Aufenthalt plus die ursprünglich nicht eingeplante Verlängerung und ziehe mit etwas Sand vom Strand als Andenken weiter. Mein Ziel ist heute der Darß.

Richtung Warnemünde läuft es auch zunächst ganz gut. Die Sonne scheint über mir und ich komm am Meer gut voran. Der Blick Richtung Warnemünde lässt aber nichts Gutes vermuten. Dunkle Wolken lauern über der Ostsee, aus denen es schon regnet. Diese Wolken sollten mich auch bald erreichen. Ich fahre weiter und komm so manchen Weg entlang, wo ich mir nicht sicher bin, ob dieser als Radweg vorgesehen war. Schmale enge Waldwege mit riesigen Pfützen. Für mich und mein Gespann etwas ungünstig. Entweder habe ich mich verfahren oder ich weiß es nicht. Zumindest geht es Richtung Osten. Also Augen zu und durch. Kurz vor Warnemünde ist es dann soweit. Ich habe die große böse Regenwolke erreicht. Im strömenden Regen erreiche ich Warnemünde. Da ich gestern bereits mit der MS Baltica hier war, will ich nur schnell die Fähre erreichen um weiter Richtung Rostocker Heide zu fahren. Es hat zwar mittlerweile aufgehört. Angekommen an der Fahre kommt aber wieder eine Husche runter. Auf diesen Teil der Tour haben sich die Radfahrerhandschuhe ausgezahlt, welche ich nur durch Zufall käuflich erwarb.

Ich löse ein Ticket und muss beim Kassierer natürlich nach bezahlen. Ich hatte den Wagen nicht bedacht. Der Kassierer schaut sich den Wagen an und fragt: „Ist da wer drin?“ Natürlich habe ich ein Kind da rein gequetscht und mein Zelt drauf gepackt.

Die Regen-Husche ist glücklicherweise wieder vorbei und ich komme ohne Regen mit der Fähre in der „Hohen Düne“ an. Von dort aus geht es über die Rostocker Heide Richtung Graal-Müritz. Der Weg durch die Rostocker Heide geht größtenteils durch das Waldgebiet. Leider wieder teilweise an der Landstraße vorbei. Gegen Mittag komme ich in Graal-Müritz an. Dort ist es so windig, dass die Möwen am Strand im Wind direkt über einen stehen.

Graal-Müritz

So fing es an Zierow

So geht es weiter Regenbogen-Camp

Warnemünde

Warnemünde

Vorbei am Heiligendamm rechts und den großen Tankern links die vor der Küste auf Reede liegen kann ich mich im Unterdeck dann etwas aufwärmen bevor wir halb zwölf mit klassischen Seemannsliedern, die aus den Lautsprechern ertönen, Warnemünde erreichen. Nun hab ich drei Stunden Zeit um mich hier etwas umzuschauen. Zuletzt war ich hier auf Dienstreise. Damals hatte ich meine erste Ostsee-Taufe erhalten. Lieber spät als nie!

Mittlerweile hat es auch aufgehört zu regnen und es ist sogar etwas sonnig. Ich schlendere durch den Hafen, verweile am Strand und beobachte die einlaufenden Seekreuzer.

Pünktlich halb drei geht’s dann auch wieder zurück und wir sind um vier wieder in Kühlingsborn. Im Nachhinein betrachtet war der Regenauftakt des Tages gar nicht mal so schlecht. Ohne diesen wäre ich nicht auf die Idee gekommen einen spontanen Ausflug mit dem Schiff zu machen. Zurück in Kühlingsborn erlebe ich noch ein schönes Abendrot über der Ostsee. Das Zelt ist noch Pitschnass vom morgendlichen Dauerregen. Naja muss ich nun durch. So neigt sich der Tag dem Ende zu.

Warnemünde

So fing es an Zierow

So geht es weiter Graal-Müritz

 

MS Baltica

MS Baltica

Dort angekommen fallen mir in dem schönen klaren Wasser zuerst die Qualen auf. Ich hatte noch nie welche live gesehen. Trotz des schlechten Wetters ist es einfach schön hier die Schiffe auf dem Meer zu beobachten. Und eins davon kündigt mit einem Signalton sein baldiges Anlegen an der Seebrücke an und kommt immer näher. Es ist das Schiff MS Baltica.

Immer mehr Touristen kommen auf den Steg. Hier scheint wohl gleich eine Rundfahrt zu starten. Ich überlege ob ich eventuell mitfahre. Das Wetter ist zu schlecht zum Fahrradfahren und ich würde mich ärgern, wenn ich am Meer bin und nicht mal mit einem Schiff fahren würde. Ich verlasse kurz den Steg und informiere mich wohin die Reise gehen soll. Die MS Baltica legt um 10 ab Richtung Warnemünde. Sie kommt halb zwölf an. Anschließend sind drei Stunden Landgang geplant. Danach geht es wieder zurück, sodass man gegen um vier wieder in Kühlingsborn wäre. Also um zehn geht’s los.

Das ist in zehn Minuten. Kurzentschlossen entscheide ich mich mitzufahren. Etwas nervös bin ich schon oben auf dem Deck. Und dann gibt es kein Zurück mehr. Das Schiff legt ab und ich fahre mit nach Warnemünde.

MS Baltica

So begann es Zierow

So geht es weiter Warnemünde

Kühlingsborn

Kühlingsborn

Nach kurzer Orientierungslosigkeit finde ich den Weg, oder besser die Straße, welche nach Kühlingsborn führt. Es sind viele Touristen unterwegs. Ich entscheide mich mein Gefährt zu schieben. Beim Straßenseitenwechsel passiert es dann wieder. Ich stehe mitten quer auf der Straße und komme weder vor noch zurück. Irgendwie bekomme ich das Gefährt wieder auf den Fußweg und stelle wieder entsetzt fest. Der nächste Platten. Wie kann das passieren.

Ich hatte ja nur geschoben. Ich stehe mitten auf einem etwas steileren Berg. Diesmal stellt sich der ganze Prozess des Wagenabkoppelns als schwieriger heraus. Das Rad klemmt. Nach Rucken und Zerren halte ich es dann in der Hand. Ich würde gerade gern alles in die Ecke werfen. Da kommt eine Oma vorbei und gibt mir den Tipp, dass sich gleich um die Ecke ein Fahrradhändler befindet. Ich versuche also alles nochmal so hinzubekommen, dass das Fahrrad zumindest rollt und komm beim Fahrradhändler an. Dort sollte sich herausstellen, dass nicht die Schläuche für meine vermehrten Platten Schuld waren, sondern der Mantel. Der war für diese Last auf den Hinterreifen einfach nicht ausgelegt. Das habe ich bei meinen Vorbereitungen einfach nicht bedacht. Der Käufer empfiehlt mir einen besseren Mantel mit dickerer und festerer Lauffläche. In meiner Lage würde ich Ihn sogar sonst was abkaufen. Während der Händler sich um mein Fahrrad kümmert, mache ich erst mal Kaffeepause beim Bäcker.

Wieder zurück am Laden sehe ich dass, die beiden in dem Fahrradladen von der gemütlichen Sorte sind. Erst mal das Mittagessen in Ruhe essen, bevor es an die Arbeit geht. Nach einer halben Stunde ist mein Fahrrad wieder fit und es kann weiter gehen. Und diesmal auch etwas länge am Wasser entlang. Kurz vor Kühlingsborn mache ich wieder eine kurze Pause am Wasser und schau den Windsurfern zu. Das würde ich auch gern mal ausprobieren.
Gegen sechs komme ich am Campingplatz Kühlingsborn West an und entscheide mich hier für die Nacht zu rasten. Dieser scheint schon etwas größer zu sein und ist komplett umzäunt und liegt direkt am Strand. Ich melde mich für eine Nacht an und werde von einem Guide zu meinem Zeltplatz geführt. Dort errichte ich wieder mein Zelt, welches ich am frühen Morgen so irgendwie in die Tasche bekommen hatte. Diesmal habe ich aber keine Lust alles aus dem Wagen zu räumen. Den Rest schließe ich an.

Es war ja heute sehr windig. Zeit um erst mal an den Strand zu gehen und den kleinen Drachen, den ich mir für 4€ gekauft hatte, am Strand steigen zu lassen. Pustekuchen. Fast kein Wind mehr. Toll! Ich packe das Ding wieder zusammen und verweile noch etwas am Wasser. Einfach herrlich!.

Zurückgekommen am Zelt will ich mich diesmal etwas besser für die Nacht vorbereiten. Ich mach mir mein Abendessen warm und gönne mir etwas Federweißer, welchen ich mir aus dem, neben dem Campingplatz liegenden, Norma gekauft hatte. Bevor es so langsam wieder Richtung Bett – ich korrigiere – Schlafsack geht koche mir einen heißen Tee für die Thermoskanne und mach mir noch eine Wärmflasche für die Nacht fertig. Es soll wieder so um die 7 Grad werden. Damit neigt sich der Tag auch schon dem Ende zu.

Am nächsten Tag sollte sich der September mit seinem wechselhaften Herbstwetter bemerkbar machen. Mitten in der Nacht, gegen vier, hat es angefangen zu regnen und ich konnte nur noch schwer schlafen. Halb sieben hat es mich dann jedenfalls aus den Federn gehauen. Es regnet immer noch. Nach dem Duschen beschließe ich mich über die Wetterlage zu informieren, welche mich heute erwarten wird. Dazu kaufe ich beim Bäcker neben Kaffee und Kuchen eine Zeitung. Der erwartete Wetterbericht fällt neben Klatsch und Tratsch winzig aus. Laut Bäcker soll es gegen Abend aufhören. „So haben Sie es heute im Radio erzählt“. Na toll. Auf den Weg zurück zum Zelt fällt mir die Wetterstation auf. Diese war gestern nicht in Betrieb.

Ein Blick auf den Bildschirm. Der Regen sollte mehr werden. Ich beschließe erst mal mit Regenschirm zum Strand zu gehen. Was soll ich machen bei diesem Wetter? Soll ich den ganzen Tag auf dem Campingplatz vergammeln? Irgendwas in Kühlingsborn machen? Zumindest gab es neben dem Campingplatz auch ein Kino. Da stand ich am Strand und sah in der Ferne die Seebrücke.

Ich entschied mich noch schnell meine Kamera zu holen und Richtung Seebrücke zu laufen.

Kühlingsborn

So begann es Zierow

So geht es weiter MS Baltica

Rerik

Rerik

Nach einer etwas schlaflosen Nacht wache ich gegen sechs Uhr auf. Und es ist kalt. Noch etwas unbeholfen schäle ich mich aus dem Schlafsack und mach mich auf den Weg in den warmen Sanitärraum um mich frisch für den Tag zu machen. Nach einem kleinen Frühstück aus meiner Proviant-Box kann es dann langsam losgehen, die Sachen zu packen. Das Zelt wieder zusammenzupacken stellt sich dann doch etwas schwieriger heraus als das aufbauen. Irgendwie kriege ich es nach der Anleitung in eine Form, in der ich es zumindest fast ganz in die Verpackung verstauen kann. Nachdem wieder alles im Anhänger ist und dieser wieder am Fahrrad angehangen wurde, kann ich aufbrechen.
Mein Weg führt mich wieder über Wismar weiter Richtung Groß Strömkendorf. Wieder geht es nicht immer direkt am Wasser entlang. Teilweise führt der Weg parallel zur Landstraße vorbei. Dann passiert es.

Mit einem lauten Knall verabschiedete sich kurz nach Wismar mein Hinterreifen. Platten! Das geht ja gut los. Mitten an der Landstraße muss ich jetzt, die Seitentaschen abschnallen, den Anhänger abkoppeln und den Schlauch wechseln.

Autsch…

Bei meinen „professionellen“ Handwerken am Hinterrad habe ich mich an der rechten Hand verletzt. Kurz säubern und weiter geht’s. Irgendwie kriege ich den Schlauchwechsel auch mit meinen zwei linken Händen hin und fahre nach einer gefühlten Ewigkeit weiter Richtung Osten. Ich richte mich an die Wegweiser Richtung Rostock. Nur leider verpasse ich dadurch bei Groß Strömkendorf die Zufahrt zur Insel Poel. Diese kleine Insel war eigentlich ein kleines Ziel meiner Tour. Als ich meinen Fehler in Blowatz bemerke, entscheid ich mich nicht nochmal umzudrehen, sondern weiterzufahren.

Da der Weg leider nicht direkt am Wasser entlang führt, fahre ich in Boisendorf ans Wasser Richtung Zeltplatz. An dem Tag ist es zwar sonnig aber ziemlich windig. Endlich sehe ich sie wieder, die Ostsee. Aber nicht nur diese. Als den Weg runter zur Ostsee fahre, sehe ich auch mehrere Drachen. Ich dachte mir erst toll – Drachen Steiger. Aber es war mehr. Das waren Sportler die mit Ihren Drachen über das Wasser „segelten“. Cool. Das sah schon gut aus.

Langsam habe ich Hunger. Ich habe aber keine Lust auf das Futter in meiner Proviant-Box. Ich bin am Meer und will Fisch. Also fahre ich zu einem kleinen Imbissstand. Jetzt ein schönes Fischbrötchen. Dort angekommen ist wirklich nix los. Und trotzdem hat der Imbissstand – zum Glück – geöffnet. Ich bestelle mir ein Fischbrötchen und ein Backfisch-Brötchen und sollte das ungewöhnlichste Fischbrötchen bekommen, welches ich bisher gegessen habe. Die beiden Brötchen waren noch warm und eine Art Hamburger-Soße bestrichen. Das hat wirklich gut geschmeckt. Merken und zuhause mal nachmachen. Weiter geht’s. Es ist schon mittags und ich habe noch ein paar Kilometer vor.

Nach der kurzen Stärkung geht es weiter nach Rerik. Und dort geht es direkt an den Strand.
Rerik

So begann es Zierow

So geht es weiter Kühlingsborn

Zierow

Zierow

Mitte September ist es soweit. Meine lang geplante Radtour an der Ostsee kann endlich losgehen. Dies ist auch gleichzeitig mein erster Ostsee-Urlaub überhaupt. Der Plan: Mit dem Fahrrad von Lübeck über den Ostseeradweg nach Usedom radeln. Zur Übernachtung sollen Campingplätze auf der Tour aufgesucht werden. Um mein Gepäck und das extra für diesen Ausflug gekaufte Wurfzelt zu verstauen, haben mir meine Schwester und mein vielleicht zukünftiger Schwager, wenn Sie sich bald mal trauen, Ihren Fahrradanhänger ausgeliehen. Mit diesem Gefährt werden normalerweise Kinder transportiert. Die armen. Keine Federung – nix. Für mich sollte es als Stauraum für mein Gepäck dienen. Außerdem konnte ich auch auf dem Wagen mein Zelt mit transportieren. Fixiert mit zwei Spanngurten kann es dann losgehen.

Als erstes wurde mein Gefährt für die Tour beladen. Alles was ich vorhatte mitzunehmen, hatte ich am Vorabend zurechtgelegt. Einige Sachen, wie Campingkocher, Licht, Schlafsack etc. auch Wochen zuvor extra für diesen Ausflug gekauft. Als ich den Wagen beladen habe, merke ich doch, dass dieser ganz schön voll ist. Vielleicht ist das eine oder andere Gepäck doch überflüssig. Aber ich will ja auf jede mögliche Situation vorbereitet sein. Außerdem wird es auch langsam Zeit zum Bahnhof zu kommen. 9:45 Uhr fährt der Zug. Also Hänger an das Fahrrad ran, die Seitentaschen am Fahrrad mit Proviant füllen, das Zelt mit den zwei Spanngurten festschnallen und auf zum Bahnhof.
Es lässt sich doch etwas ungewohnt fahren. Ich hatte zwar zuvor mal eine leere Probefahrt gemacht, aber die war ein Klacks dagegen. Angekommen am Bahnhof Dresden und beim Schauen an die Tafel dann das erste Problem. Schienenersatzverkehr kurz vor Hoyerswerda. Das wäre mit meinem Gespann unmöglich. Entwarnung dann an der Information. Ich fahre mit dem ersten Zug bis nach Ruhland. Der Schienenersatzverkehr ist erst danach. Schwein gehabt. Das wäre was gewesen, wenn die Reise schon dadurch gleich zu Beginn gescheitert wäre. Also auf zum Zug, Hänger vom Rad lösen und einen Bahnangestellten um Hilfe beim Heben des Anhängers in den Zug bitten. Dieser hat schon mit den Augen gerollt als ich um Hilfe bat. Ein kurzer Ruck und der Anhänger ist im Zug. Die Reise konnte also losgehen. Als der Zug losfährt gibt es dann auch kein Zurück mehr. Auf Richtung Lübeck.

Angekommen bei der ersten Umsteigestation gab es dann auch gleich die nächste Hürde zu überwinden. Der Umstieg auf einen anderen Bahnsteig. Verdutzte Blicke von wartenden Leuten auf dem ankommenden Bahnsteig bei der Frage um Hilfe. Die erhoffte Hilfe gibt es aber nicht. Somit musste der Wagen und das Fahrrad schnell die Treppen hinunter manövriert werden. Viel Zeit zum Umsteigen gab es nicht. Das gleiche Prozedere dann nochmal die Treppe hinauf. Der Zug steht schon da. Diesmal brauchte ich beim schieben des Fahrrads und des Anhängers in den Zug keine Hilfe. Die Reise kann nun weiter Richtung Cottbus gehen. Laut Plan habe ich da etwas mehr Zeit zum Umsteigen. Diesen kleinen Vorteil machte die Bahn aber mit Verspätung wieder dahin. Da dies während der Fahrt absehbar war, hatte ich einfach mal das Personal um Umsteigehilfe gefragt. Ein kurzer Anruf des Schaffners hatte meine Hoffnung zumindest etwas geschnürt. Es kommt jemand, muss aber nicht. Na toll. Also das Beste hoffen. Mit Verspätung kommt der Zug nun in Cottbus auf Gleis 1 an und tatsächlich steht jemand von der Bahn bereit. Gleich zwei. Eine etwas ältere Dame von der Bahn und eine junge Dame vom Service. Gemeinsam geht es mit Fahrrad und Anhänger in den Fahrstuhl. Das runterkommen in das Tiefgeschoss ist schon mal leicht. Da die Zeit drängt geht es schnell zu dem Aufgang zu Gleis 5. Gemeinsam mit der jüngeren von den zwei Damen, hieven wir den Anhänger auf den Bahnsteig und ich erreiche meinen nächsten Zug. Dieser fährt Richtung Wismar. Also eine Station auf meiner geplanten Tour.

Während der nun etwas längeren Fahrt wird mir klar, dass ich laut Plan nochmal in Bad Kleinen umsteigen muss. Noch einmal Fahrrad und Anhänger Treppen runter und Treppen rauf. 5 Minuten Umsteigezeit oder eine Stunde warten. Also schau ich in meinen besten Begleiter meiner Reise, meinen Radführer Ostseeküsten-Radweg. Es gibt zwar nicht direkt in Wismar, aber etwas weiter westlich, einen Campingplatz. Und zwar in Zierow. Spontan entscheide ich meinen Startpunkt von Lübeck nach Zierow zu verlegen und erspare mir noch einen Umstieg. Ich fahre also bis Wismar durch. Kurz vor fünf ist dann die Zugfahrt auch endlich zu Ende. Jetzt heißt es noch zu dem Campingplatz in Zierow kommen. Also Anhänger wieder an das Fahrrad ran und los. Beim Verlassen des Bahnhofsgeländes suche ich schon auf der Straße nach Wegweisern und werde auch gleich fündig. Nur leider fehlte an einen Kreisverkehr das entsprechende Schild nach Zierow. Somit fahre ich erst mal in die falsche Richtung. Angekommen an der nächsten Kreuzung kommt mir beim einen Blick auf die Wegweiser das schon etwas spanisch vor. Also frag ich einen älteren Herrn um Hilfe. Ich musste wieder zurück und im Kreisverkehr nach links. Dort angekommen sah ich, dass wirklich das entsprechende Schild fehlte. Ich fuhr also weiter in der Richtung, die mir gesagt wurde. Nach gefühlten 500 Metern gab es dann auch schon die Erlösung. Der Wegweiser mit meinem Zielort Zierow führte mich durch eine Gartenanlage dann das erste Mal direkt an die Ostsee zu einer Seebrücke. Nach einer kurzen Pause sollte es dann weiter gehen Richtung Zierow. Aber leider geht es nicht immer am Wasser entlang. Es geht über Feldwege und Landstraßen. An diesem Tag stört mich das aber nicht. Ich sehe am Horizont die Ostsee und bin zufrieden.

Angekommen in Zierow merke ich, dass mir etwas fehlt. Ich hatte mein Zelt mit zwei Spanngurten gesichert. Es ist aber nur noch einer da. Da muss ich wohl zuvor auf der Hügeligste einen verloren haben. Das geht ja gut los. Nach der Anmeldung und dem erstmaligen Aufbau meines Zeltes verstau ich nun mein ganzes Gepäck im Zelt und komm mit einem Spaziergang am Strand langsam zur Ruhe. Ich bin angekommen. Zwar nicht, wie ursprünglich geplant, in Lübeck. Ich bin aber an der Ostsee und meine Tour kann am nächsten Tag losgehen. Das ist die Hauptsache!

Gegen acht ist es schon langsam Dunkel und ich mach mich bereit für die Nacht. Schnell ist die Isomatte ausgerollt, die Luftmatratze aufgeblasen, sodass ich mich gegen halb neun in den Schlafsack schlafen legen kann.

Zierow

So geht es weiter Rerik

Flug über Wüste

Hoffnung in der Wüste

Ich liebe es im Flugzeug am Fenster zu sitzen und unsere Welt von oben zu sehen. So entstand auch dieses Bild beim Flug von Japan nach Deutschland. Weit und breit war nur eine karke Landschaft zu sehen. Und plötzlich sah man diesen Fluss.

Bei solchen Momenten wird einem klar, dass sich die Natur und das Leben einen Weg sucht und wir nur winzige Gäste dieses Planeten sind. Die Umgebung kann noch so ungünstig zum Überleben sein. Es lohnt sich nie die Hoffnung aufzugeben, die Quelle des Lebens zu finden.

Flug über Wüste

Rocksjön See

Rocksjön

Nach einen langen Entdeckungstag in Jönköping lies ich mich am Ufer des Rocksjön Sees nieder und genoß das Wolenspiel am Himmel.

Ein ruhiger und besinnlicher Abend neigt sich dem Ende zu. Man braucht nicht viel zum Glücklichsein. Man muss nur die Augen offen halten.

Rocksjön See