Zierow

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Mitte September ist es soweit. Meine lang geplante Radtour an der Ostsee kann endlich losgehen. Dies ist auch gleichzeitig mein erster Ostsee-Urlaub überhaupt. Der Plan: Mit dem Fahrrad von Lübeck über den Ostseeradweg nach Usedom radeln. Zur Übernachtung sollen Campingplätze auf der Tour aufgesucht werden. Um mein Gepäck und das extra für diesen Ausflug gekaufte Wurfzelt zu verstauen, haben mir meine Schwester und mein vielleicht zukünftiger Schwager, wenn Sie sich bald mal trauen, Ihren Fahrradanhänger ausgeliehen. Mit diesem Gefährt werden normalerweise Kinder transportiert. Die armen. Keine Federung – nix. Für mich sollte es als Stauraum für mein Gepäck dienen. Außerdem konnte ich auch auf dem Wagen mein Zelt mit transportieren. Fixiert mit zwei Spanngurten kann es dann losgehen.

Als erstes wurde mein Gefährt für die Tour beladen. Alles was ich vorhatte mitzunehmen, hatte ich am Vorabend zurechtgelegt. Einige Sachen, wie Campingkocher, Licht, Schlafsack etc. auch Wochen zuvor extra für diesen Ausflug gekauft. Als ich den Wagen beladen habe, merke ich doch, dass dieser ganz schön voll ist. Vielleicht ist das eine oder andere Gepäck doch überflüssig. Aber ich will ja auf jede mögliche Situation vorbereitet sein. Außerdem wird es auch langsam Zeit zum Bahnhof zu kommen. 9:45 Uhr fährt der Zug. Also Hänger an das Fahrrad ran, die Seitentaschen am Fahrrad mit Proviant füllen, das Zelt mit den zwei Spanngurten festschnallen und auf zum Bahnhof.
Es lässt sich doch etwas ungewohnt fahren. Ich hatte zwar zuvor mal eine leere Probefahrt gemacht, aber die war ein Klacks dagegen. Angekommen am Bahnhof Dresden und beim Schauen an die Tafel dann das erste Problem. Schienenersatzverkehr kurz vor Hoyerswerda. Das wäre mit meinem Gespann unmöglich. Entwarnung dann an der Information. Ich fahre mit dem ersten Zug bis nach Ruhland. Der Schienenersatzverkehr ist erst danach. Schwein gehabt. Das wäre was gewesen, wenn die Reise schon dadurch gleich zu Beginn gescheitert wäre. Also auf zum Zug, Hänger vom Rad lösen und einen Bahnangestellten um Hilfe beim Heben des Anhängers in den Zug bitten. Dieser hat schon mit den Augen gerollt als ich um Hilfe bat. Ein kurzer Ruck und der Anhänger ist im Zug. Die Reise konnte also losgehen. Als der Zug losfährt gibt es dann auch kein Zurück mehr. Auf Richtung Lübeck.

Angekommen bei der ersten Umsteigestation gab es dann auch gleich die nächste Hürde zu überwinden. Der Umstieg auf einen anderen Bahnsteig. Verdutzte Blicke von wartenden Leuten auf dem ankommenden Bahnsteig bei der Frage um Hilfe. Die erhoffte Hilfe gibt es aber nicht. Somit musste der Wagen und das Fahrrad schnell die Treppen hinunter manövriert werden. Viel Zeit zum Umsteigen gab es nicht. Das gleiche Prozedere dann nochmal die Treppe hinauf. Der Zug steht schon da. Diesmal brauchte ich beim schieben des Fahrrads und des Anhängers in den Zug keine Hilfe. Die Reise kann nun weiter Richtung Cottbus gehen. Laut Plan habe ich da etwas mehr Zeit zum Umsteigen. Diesen kleinen Vorteil machte die Bahn aber mit Verspätung wieder dahin. Da dies während der Fahrt absehbar war, hatte ich einfach mal das Personal um Umsteigehilfe gefragt. Ein kurzer Anruf des Schaffners hatte meine Hoffnung zumindest etwas geschnürt. Es kommt jemand, muss aber nicht. Na toll. Also das Beste hoffen. Mit Verspätung kommt der Zug nun in Cottbus auf Gleis 1 an und tatsächlich steht jemand von der Bahn bereit. Gleich zwei. Eine etwas ältere Dame von der Bahn und eine junge Dame vom Service. Gemeinsam geht es mit Fahrrad und Anhänger in den Fahrstuhl. Das runterkommen in das Tiefgeschoss ist schon mal leicht. Da die Zeit drängt geht es schnell zu dem Aufgang zu Gleis 5. Gemeinsam mit der jüngeren von den zwei Damen, hieven wir den Anhänger auf den Bahnsteig und ich erreiche meinen nächsten Zug. Dieser fährt Richtung Wismar. Also eine Station auf meiner geplanten Tour.

Während der nun etwas längeren Fahrt wird mir klar, dass ich laut Plan nochmal in Bad Kleinen umsteigen muss. Noch einmal Fahrrad und Anhänger Treppen runter und Treppen rauf. 5 Minuten Umsteigezeit oder eine Stunde warten. Also schau ich in meinen besten Begleiter meiner Reise, meinen Radführer Ostseeküsten-Radweg. Es gibt zwar nicht direkt in Wismar, aber etwas weiter westlich, einen Campingplatz. Und zwar in Zierow. Spontan entscheide ich meinen Startpunkt von Lübeck nach Zierow zu verlegen und erspare mir noch einen Umstieg. Ich fahre also bis Wismar durch. Kurz vor fünf ist dann die Zugfahrt auch endlich zu Ende. Jetzt heißt es noch zu dem Campingplatz in Zierow kommen. Also Anhänger wieder an das Fahrrad ran und los. Beim Verlassen des Bahnhofsgeländes suche ich schon auf der Straße nach Wegweisern und werde auch gleich fündig. Nur leider fehlte an einen Kreisverkehr das entsprechende Schild nach Zierow. Somit fahre ich erst mal in die falsche Richtung. Angekommen an der nächsten Kreuzung kommt mir beim einen Blick auf die Wegweiser das schon etwas spanisch vor. Also frag ich einen älteren Herrn um Hilfe. Ich musste wieder zurück und im Kreisverkehr nach links. Dort angekommen sah ich, dass wirklich das entsprechende Schild fehlte. Ich fuhr also weiter in der Richtung, die mir gesagt wurde. Nach gefühlten 500 Metern gab es dann auch schon die Erlösung. Der Wegweiser mit meinem Zielort Zierow führte mich durch eine Gartenanlage dann das erste Mal direkt an die Ostsee zu einer Seebrücke. Nach einer kurzen Pause sollte es dann weiter gehen Richtung Zierow. Aber leider geht es nicht immer am Wasser entlang. Es geht über Feldwege und Landstraßen. An diesem Tag stört mich das aber nicht. Ich sehe am Horizont die Ostsee und bin zufrieden.

Angekommen in Zierow merke ich, dass mir etwas fehlt. Ich hatte mein Zelt mit zwei Spanngurten gesichert. Es ist aber nur noch einer da. Da muss ich wohl zuvor auf der Hügeligste einen verloren haben. Das geht ja gut los. Nach der Anmeldung und dem erstmaligen Aufbau meines Zeltes verstau ich nun mein ganzes Gepäck im Zelt und komm mit einem Spaziergang am Strand langsam zur Ruhe. Ich bin angekommen. Zwar nicht, wie ursprünglich geplant, in Lübeck. Ich bin aber an der Ostsee und meine Tour kann am nächsten Tag losgehen. Das ist die Hauptsache!

Gegen acht ist es schon langsam Dunkel und ich mach mich bereit für die Nacht. Schnell ist die Isomatte ausgerollt, die Luftmatratze aufgeblasen, sodass ich mich gegen halb neun in den Schlafsack schlafen legen kann.

Zierow

So geht es weiter Rerik

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